The Schulz surname
Origin, meaning, history and distribution of the surname Schulz.
Quick answer: Der Nachname Schulz leitet sich vom mittelhochdeutschen Amtstitel 'Schultheiß' ab, der einen dörflichen Verwaltungsbeamten bezeichnete, der im Auftrag des Grundherrn Abgaben eintrieb und die niedere Gerichtsbarkeit ausübte. Das Wort setzt sich zusammen aus althochdeutsch 'sculd' (Schuld, Verpflichtung) und 'heißan' (anordnen, befehlen), bedeutet also in etwa 'der Verpflichtungen befiehlt'.
Herkunft und Bedeutung des Nachnamens Schulz
Der Familienname Schulz gehört zur Gruppe der Berufs- und Standesnamen und geht auf das mittelalterliche Amt des Schultheiß zurück. Dieser Beamte war im Auftrag des Grundherrn dafür zuständig, Abgaben und Dienste von den Dorfbewohnern einzutreiben, Streitigkeiten zu schlichten und die niedere Gerichtsbarkeit auszuüben. Im Laufe des Mittelalters wandelte sich die Rolle zum allgemeinen Vorsteheramt einer Gemeinde, vergleichbar dem heutigen Bürgermeister.
Aus dem Amtstitel entstand durch lautliche Verkürzung zunächst die Form Schulze, woraus schließlich Schulz wurde. Dieser Prozess war nach sprachhistorischen Quellen bereits um das Jahr 1400 weitgehend abgeschlossen. Heute zählt Schulz zu den zehn häufigsten Familiennamen in Deutschland.
Etymologie: Die sprachlichen Wurzeln
Das Grundwort des Namens ist das althochdeutsche sculdheiʒo, belegt seit dem 8. Jahrhundert. Es setzt sich aus zwei Bestandteilen zusammen:
- sculd (althochdeutsch): Schuld, Verpflichtung, Abgabe
- heißan (althochdeutsch): anordnen, befehlen
Die wörtliche Bedeutung lautet also 'der zur Erfüllung von Verpflichtungen anhält' oder 'der Pflichten befiehlt'. Im Mittelhochdeutschen wurde die Form zu schultheize weiterentwickelt. Der Titel ist sehr früh auch in langobardischen Rechtsquellen belegt, darunter dem Edictum Rothari von 643 n. Chr. in der Form sculdahis.
In ostmitteldeutschen Mundarten und in Schlesien wurde das 'u' häufig zu 'o' verschoben, woraus die lautlich verwandten Formen Scholz und Scholtz entstanden.
Geschichte und frühe Belege
Das Amt des Schultheiß ist seit dem 12. Jahrhundert in deutschen Landen regelmäßig urkundlich nachweisbar. Zunächst bezeichnete der Titel ausschließlich einen Amtsträger und war kein Familienname. Der Übergang vom Amtstitel zum erblichen Familiennamen vollzog sich im 13. bis 15. Jahrhundert, als in weiten Teilen des deutschsprachigen Raums feste Familiennamen zur Verwaltungspflicht wurden.
Familien, deren Vorfahren das Amt des Schultheiß bekleidet hatten, nahmen den Titel als Nachnamen an. Da nahezu jedes Dorf einen Schultheiß besaß, entstanden unabhängig voneinander viele Namenslinien an verschiedenen Orten. Schulz ist daher ein sogenannter polyphyletischer Familienname ohne eine einzige gemeinsame Ursprungsfamilie.
Jüdische Familien im deutschsprachigen Raum erhielten den Namen teils im Zuge der staatlich angeordneten Nachnamenannahme im späten 18. und frühen 19. Jahrhundert, als Behörden in Preußen und Österreich bestehende Berufs- und Amtstitel auch an jüdische Haushalte vergaben.
Geografische Verbreitung heute
Der Familienname Schulz ist heute vor allem in Deutschland konzentriert, wo er nach Daten von Forebears.io zu den zehn häufigsten Nachnamen des Landes gehört. Innerhalb Deutschlands liegt der Schwerpunkt im nördlichen und nordöstlichen Raum: besonders stark vertreten ist der Name in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Brandenburg.
Außerhalb Deutschlands findet sich der Name in Österreich, der Schweiz und Polen sowie in Ländern, in die Deutsche im 19. und frühen 20. Jahrhundert ausgewandert sind, vor allem in den Vereinigten Staaten und Brasilien. In Polen und Tschechien existieren eigenständige Varianten, die auf denselben mittelalterlichen Amtstitel zurückgehen. Insgesamt wird der Name mehrheitlich in Europa getragen, mit einem deutlichen Schwerpunkt im deutschsprachigen Kulturraum.
Varianten und Schreibweisen
Durch regionale Ausspracheunterschiede, dialektale Eigenheiten und die uneinheitliche Praxis der Kirchenbuchführer entstanden im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Schreibvarianten. Zu den gebräuchlichsten zählen:
- Schulze: die ältere, vollständigere Form mit erhaltenem Endvokal, im mittel- und ostdeutschen Raum verbreitet
- Schultze: vor allem in der ostelbischen und brandenburgischen Überlieferung belegt
- Schultz: häufig im niederdeutschen Raum sowie bei Auswanderern nach Nordamerika
- Scholz: oberschlesische Form mit Vokalwechsel von 'u' zu 'o'
- Scholtz: weitere Schreibvariante der schlesischen Form
- Schulte: westfälische Form desselben Amtstitels
- Soltys: polnische Entsprechung, ebenfalls vom Schultheiß-Amt abgeleitet
- Schultheiß: die ursprüngliche, unverkürzte Amtsbezeichnung, die ebenfalls als Familienname vorkommt
Bekannte Namensträger
Mehrere international bekannte Persönlichkeiten tragen den Familiennamen Schulz:
- Charles M. Schulz (1922 bis 2000): amerikanischer Comiczeichner und Schöpfer der weltberühmten Serie Peanuts mit den Figuren Charlie Brown und Snoopy, eine der meistgelesenen Comicserien der Geschichte.
- Martin Schulz (geboren 1955): deutscher Politiker der SPD, der von 2012 bis 2017 als Präsident des Europäischen Parlaments amtierte und 2017 als Kanzlerkandidat antrat.
- Bruno Schulz (1892 bis 1942): polnisch-jüdischer Schriftsteller aus Drohobycz, der auf Polnisch schrieb und mit surrealen Erzählungen wie Die Zimtläden internationale Anerkennung erlangte. Er wurde 1942 im Holocaust ermordet.
Common variants
- Schulze
- Schultze
- Schultz
- Scholz
- Scholtz
- Schulte
- Soltys
- Schultheiß
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Was bedeutet der Nachname Schulz?
Schulz leitet sich vom mittelalterlichen Amtstitel 'Schultheiß' ab. Dieser Beamte trieb im Auftrag des Grundherrn Abgaben ein, schlichtete Streitigkeiten und übte die niedere Gerichtsbarkeit im Dorf aus. Der Name ist ein Berufs- und Standesname, der die Nachkommen oder einstigen Träger dieses Amtes kennzeichnete.
Ist Schulz einer der häufigsten Nachnamen in Deutschland?
Ja. Schulz zählt zu den zehn häufigsten Familiennamen in Deutschland. Zählt man alle Schreibvarianten wie Schulze, Schultze und Schultz zusammen, würde die gesamte Namensfamilie noch höher in der Rangliste stehen. Der Name ist besonders im norddeutschen und ostdeutschen Raum stark verbreitet.
Was ist der Unterschied zwischen Schulz und Schulze?
Beide Formen gehen auf denselben Ursprung zurück. Schulze ist die ältere Form mit erhaltenem Endvokal. Schulz entstand durch das Weglassen dieses Endvokals, ein Prozess, der regional und zeitlich unterschiedlich ablief. In Mittel- und Ostdeutschland ist Schulze nach wie vor gebräuchlich, während Schulz im Norden überwiegt.
Woher kommen die vielen Schreibweisen des Namens Schulz?
Die zahlreichen Varianten entstanden durch regionale Dialekte, Ausspracheunterschiede und die uneinheitliche Schreibpraxis der Kirchenbuchführer, die Namen phonetisch festhielten. In Schlesien entstand so Scholz, in Westfalen Schulte, in Nordamerika setzte sich häufig Schultz mit 'tz' durch. Alle Varianten gehen auf denselben mittelalterlichen Amtstitel zurück.